Vorgartenmakeover – was tun, wenn der Eingangsbereich so dunkel wirkt?

Nachdem also unser Sommergarten stand, der Keller aufgeräumt und das Unkraut gejätet war… musste ein neues Projekt her. Das war im Mai. Vorgartenmakeover stand nun an! Hier benötigte ich massive Hilfe von der Familie. Unser Gartenzaun stand nämlich nach unserer Haustür als Eingang in den Garten. Ich kann nicht mehr so genau sagen, warum wir das vor 16 Jahren so gemacht haben. Nun dachten wir halt, dass wir dadurch ja ein bisschen Platz verschwenden und beschlossen den Zaun zu renovieren (abmontieren, abschleifen, streichen) und 3,5m nach vorne zu versetzen. So beginnt unser “Reich” schon ein bisschen früher und wir haben ein paar qm dazu gewonnen.

Der Vorgarten liegt bei uns auf der Nordseite und sieht von Jahr zu Jahr düsterer aus, weil die Zypressen (Friedhofsgewächse – bäh! – Tschuldigung, ich mag sie nun mal nicht) der Nachbarn immer höher werden und ich kaum noch den Himmel sehen kann, wenn ich aus dem Küchenfenster schaue. Ebenso die Tujahecke wirkt massiv und wie eine Wand. Es ist halt auch ein Unterschied, ob Gehölz am Grundstückrand 2 oder mehr Meter hat. Naja – egal. Ich wollte also dennoch ein bisschen “Bunt” und Fröhlichkeit und der dunklen Hecke was entgegen setzen. Hier also mein Plan.

Pflanzkübel aus Holz – schön und selber gemacht

Ich baue Pflanzkästen und stelle wie vor die dunklen Pflanzen. Ich muss dann nicht ins Erdreich. Das ist vermutlich komplett übersäuert von den Koniferen und möglicherweise wächst in dem Grund eh nichts mehr... Aber wie das so mit den Plänen ist… sie werden gerne mal über den Haufen geworfen.

Skizze des Bauplans für die kleinen Hochbeete

Aber nun von Anfang an. Für 6,99 EUR habe ich mir ein paar Betonmischwannen (ungefähr 80cm x 40cm) aus Kunststoff gekauft. Zum Auslüften muss man die erst mal ziemlich weit weg auslüften.. haben die gestunken. Der Preis erschien mir aber sensationell günstig. Jeder, der mal einen Blumenpott gekauft hat, weiß, was ich meine. Und dann habe ich den Plan entwickelt sie drumherum etwas mit Holz aufzuhübschen. Die Kübel sollten zum Teil mit Tomatenpflanzen bestückt werden, zum Teil mit Sommerblumen. Gesagt, gedacht, getan… Und dann doch ziemlich schnell den Mann mit ins Boot geholt. Obwohl es mein Projekt war, merkte ich bald, dass ich das alleine nicht schaffen würde.

möglicherweise hatten wir da ein bisschen zu viel Holz auf dem Auto…

Woher ich das Holz bekommen sollte, war klar. Wir wohnen in Bayern, da gibt es das ein oder andere Sägewerk. Aber alle Bretter mit der elektrischen Stichsäge zurecht sägen müssen? Nee. Also verliebte ich mich in eine Zugkreissäge. Hm – für ein Projekt so was kaufen? Nee. Wenn man keinen Platz hat, so ein Ding aufzubewahren, macht es wirklich keinen Sinn. Also rumgefragt – und dann hatte jemand zumindest mal eine Kreissäge. Das erschien mir eine gute Alternative. Yeah – was für ein Teil.

Und dann ging es los. Wir haben – ähm ja – ziemlich viel “Sibirische Lerche” gekauft. Ich hätte lieber einheimisches Holz gehabt, aber leider sagten mir die Fachleute, dass die Sibirische Lerche einfach am längsten hält – und das ohne Anstrich. Das war genau das, was ich wollte.

Materialliste für die Pflanzkästen

  • Betonmischkübel in gewünschter Größe
  • Kantholz
  • Bretter
  • Schrauben – entsprechende der Brett- und Kantholzdicke

Ziel war es, möglichst wenig Holz für eine Innenkonstruktion zu verbrauchen. Oben sollte aber für die Betonmischwanne an den kurzen Seiten eine Auflage sein. Also sind hier zwei umgedrehte “U” entstanden.

die Planzkästen kann man puzzeln – grad wie man sie braucht

Kleine Hochbeete selber bauen

Je nach Größe muss man also abmessen, wie lang die Bretter sein sollen. Erst haben wir die kurzen Bretter bündig an die “U” geschraubt. Dann die langen Bretter bündig mit den kurzen Brettern.

Wir haben diverse Pläne gemalt und 100 mal nachgemessen, um keinen falschen Schnitt zu machen. Und als wir dann nach dem ersten Prototyp in die “Massenproduktion” gegangen sind, habe ich mich dennoch gleich mal verschnitten – tse…

Im Sommer

Die Holzkonstruktion hat Füße, wie man vielleicht sehen kann. Das hat zwei Vorteile. Man kann drunter anfassen, wenn man den Container woanders hinstellen möchte UND man kann mehrere übereinander stapeln. Das finde ich super praktisch, denn so kann ich – gerade im Winter – die Kübel an der Hauswand aufräumen.

Wenn das kleine Hochbeet fertig ist, werden in die Betonmischwannen noch Löcher gebohrt (am besten unten an der Seite – hab ich falsch gemacht). So läuft das Wasser ab, aber nicht gleich ganz durch. 😉 Ich habe Blähton unten eingefüllt bzw. zum Teil auch Hochbeetfüllmaterial – kleine Holzstückchen. So wird die Kiste nicht so schwer. Danach wird mit dem gewünschten Substrat aufgefüllt.

Und weil es Spaß gemacht hat und wir noch Holz übrig hatten, haben wir noch einen Bank gebaut. Unsere Katzen setzten sich gerne auf die Fensterbank an der Küche. Da wäre es nicht so gut eine Kiste mit Erde drunter zu stellen. Das wäre eine schöne Sauerei. So ist das mit der Bank darunter ziemlich praktisch.

Ich hatte ja geschrieben, dass Pläne dazu da sind, sie über den Haufen zu werfen. So stehen die Planzkisten hauptsächlich an der Hauswand. Insgesamt haben wir sieben gebaut. Die restlichen stehen mal hier und da. Was ich vor den Zypressen gemacht habe, zeige ich dann ein anderes mal.

Inzwischen sind die Tomatencontainer abgeerntet und bereits mit Tulpenzwiebeln bestückt. 

Herzlich willkommen! Unser Eingangsbereich

Fazit zu meinen Pflanzkästen

Es hat super viel Spaß gemacht sie zusammen mit meinem Mann zu bauen, hinterher zu bepflanzen, zu beernten. Es ist sehr praktisch, dass man die Kästen zu zweit ganz gut woanders hintragen kann. So haben wir die Tomaten dann doch mal in die Sonne stellen können. Die Tomaten sind gut gewachsen und die Sommerblumen verbreiteten bunte Fröhlichkeit. 

Auf der Bank haben wir häufiger gesessen, vor allem, wenn es auf der Südseite zu warm war und so den Eingangsbereich viel mehr genutzt, als die letzten Jahre. Ich habe da ganz gerne einen Kaffee getrunken und was gelesen. Über die “Vergrößerung” des Vorgartens freue ich mich jeden Tag. Jetzt fehlt noch eine einheitliche Pflasterung. Die Pflanzen können aber schon mal wachsen.

So – und meine Projektideen gehen mir nie aus… aber auch wenn jemand anderes fragt, warum ich mir das antue? Ich finde es immer wieder toll etwas in der Hand zu halten, was mit meinem Dazutun etwas geworden ist. Das macht mich echt glücklich. Wie ist das bei Euch? Mögt Ihr auch gerne mal Hand anlegen?

Einen schönen Tag wünsche ich Euch!

 

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