12 Fotos vom 12. des Monats

Am 12. des Monats dokumentiere ich mit Fotos den Tag und verlinke mich zu Caro, die unsere Beiträge sammelt. Das ist ein kleines Tagebuch und man kann gut erkennen, was man so in den letzten Jahren zum gleichen Zeitpunkt getan hat, was so gewachsen ist und welche Sorgen den Tag bestimmten.

Dieser Tag soll noch mal schön warm werden – also ein Bad im Pool möglich. So richtig heiß war er dann zwar nicht, aber sonnig.

  • Coffee first… Heute ist wieder Homeofficetag – wie ja so die ganzen letzten Monate…
  • zwischendurch ein Blick aus dem Büro in den Garten… ob ich nicht doch mal schauen soll
  • ob Shaun seinen Job macht? Tut er – prima.
  • Bei der Gelegenheit schaue ich im Westgarten, was meine Pflanzen in den Töpfen so machen
  • in meinen selber gebauten Beeten wächst es auch – hier Topinambur. Ist voll gut angewachsen und wird hoffentlich schnell blühen. Ich freue mich schon drauf.
  • Dagegen ist das Hochbeet mehr Kraut und Rüben und leider Schnecken ohne Ende… nicht so schön
  • Die kleine Tochter hat schon gegessen, während ich bei der Massage war – nun bekomme ich noch eine Portion Sushi
  • hinterher ein Eis
  • Am Nachmittag muss die Große zum Orthopäden. Der Fuß war beim Training umgeknickt – dumm gelaufen, wird aber schnell besser.
  • Ich lege die Beine hoch und koche dann noch einen Schwung Marmelade – mit Himbeeren und Limettensaft.
  • ein Ausblick nach dem Abendessen in den Garten… immer wieder schön, dieser Rahmen mit dem wilden Wein.

Das ist ein kurzer Abriss des Tages. Und letzten Monat so?

Letzter Monat – die letzten Tage meiner Mutter

Letzten Monat ist meine Dokumentation ausgefallen. Ich weiß aber, was ich an dem Tag getan habe. Ich saß auf der Palliativstation der Uniklinik in Bonn am Krankenbett meiner Mutter. Seit bereits fast drei Wochen nach zwei schweren Operationen lag sie dort und ich habe einige Stunden ihrer letzten Tage mit ihr verbringen können, ihre Hand gehalten, ihr was erzählt und Melodien gesummt. Das war traurig und schön. Gut war, dass sie alle Entscheidungen bis zum letzten Atemzug selber getroffen hat. Den Schritt, sich nicht weiter behandeln zu lassen, hat sie selber genau so beschlossen, wie die weitere “nicht” bzw. welche Medikation. Sie wurde dort toll versorgt und wir konnten trotz Corona-Einschränkungen zu ihr. Sie war alleine im Zimmer. Sogar die Nacht konnte ich dort sein. Wir haben uns mit mehreren Familienmitgliedern abgewechselt. Fast die ganze Familie konnte sich persönlich von ihr verabschieden und die ist einigermaßen groß. Sieben (+Anhang) der zehn Enkel konnten kommen und die Kinder und ihre Schwester. Die wachen Augenblicke, hat sie mit uns sprechen können und ihr Leben noch mal Revue passieren lassen. Den ein oder anderen Ratschlag wurde sie auch noch los. Sie konnte einen guten Abschluss für sich und uns alle finden. So können wir wirklich mit Überzeugung sagen – so traurig es war, so schön war es. Das von einem Sterbefall zu sagen, tönt vielleicht seltsam, ist aber so.

Die pflegende Zunft – vielen DANK!

Ich muss es einfach hier auch mal schreiben, dass es wirkliche Engel auf Erden gibt. Die Pflegerinnen und Ärztinnen haben einen irre tollen Job gemacht. Man merkte ihnen an, dass es ihre Berufung war, Menschen beim Sterben zu begleiten. Nicht nur das. Sie kümmern und sorgen sich genau so gut um die Angehörigen, die ja meist recht “ahnungslos” in dieser Situation nicht so genau wissen, was sie tun sollen und was vielleicht nicht. Wie es uns ging, wurden wir fast so oft gefragt, wie meine Mutter. Und so sagte meine Mutter bei jeder Unterstützung “Danke” und das muss ich hier auch noch mal schreiben.

DANKE an alle Pflegeberufe, die sich um die kranken Menschen kümmern.

Mit ihren 86 Jahren war meine Mutter sehr aktiv und hat sich die letzten fünf Jahre sehr bei der Flüchtlingshilfe engagiert. Sie brachte den Menschen unsere Kultur nahe und unsere Sprache. Bei Behördendingen unterstützte sie, wo sie nur konnte. Sie sprach fließend Englisch und dolmetschte, wo es nötig war. Sie hatte Freunde und Bekannte auf der ganzen Welt. Auch wenn sie nie gearbeitet hat, war Bildung immer das, was an erster Stelle für sie stand. Ein Lehrer hatte ihr während des Krieges mal gesagt: “Mädchen, das einzige was Dir nie jemand nehmen kann, ist Deine Bildung!” Damit hat er wohl recht gehabt und das hat sie sehr verinnerlicht. Dem ein oder anderen würde das heute auch ganz gut tun, das mit der Bildung. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Sie war auf jeden Fall sehr bewundernswert und ich hoffe, dass ich nur ein Fünkchen von dem Glück und der menschlichen Zuneigung, die sie den Menschen (jeder Art) angedeihen ließ, auch mal weiter geben kann. Da denke ich an den Pflaumenkuchen, den sie kurzfristig für eine Meute von Freunden meiner Brüder auftischte…

Schön war, dass sie im April noch eine Woche bei uns sein konnte. Sie fühlte sich bei uns sehr wohl und hat genossen, dass wir dort leben, wo andere Urlaub machen. Alleine diese “Höhenluft” auf 620 m… Naja, im Gegensatz zum Rheinland ist das wohl so. Die Tulpenblüte hat sie grad so nicht live mitbekommen, aber per Videokonferenz bewunderte sie sie. Ich könnte ihr in einer Beschreibung nie gerecht werden. So soll es das für heute mal sein.

Allen Leserinnen und Lesern sage ich Danke für das Vorbeischauen. Ich wünsche Euch einen schöne Woche und egal was Ihr macht und wo Ihr grad seid: CARPE DIEM!

In diesem Sinne – alles Liebe!

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