Da ich zum Kaffeeklatsch geladen hatte, dachte ich mir, ich mag mal eine Torte probieren. So was wie Frankfurter Kranz. Den gab es bei jedem Familienfest der Nachbarn. Omma hatte den gebacken. Das war etwas so besonderes für mich. Ich bekam immer ein Stück ab. Und der wurde es dann auch. Ich muss dazu sagen, dass es bei uns daheim nie Torten gab. Obstkuchen, Streuselkuchen und und und schon, aber Torten? Fehlanzeige! Zu meiner Kommunion wurde mal eine bestellt. Das war aber wohl eine echte Ausnahme. Die von Mutter gebackten Kuchen waren ausnahmslos lecker und mit Sahne ja auch fast eine Torte.

Warum es früher keine Buttercreme gab

Dass es bei uns keine Buttercreme gab, lag, glaube ich, in erster Linie an der Butter. Die war mal richtig teuer. Erinnert sich noch jemand? Ich denke, dass es am Preis lag. Denn für uns Kinder gab es auf das Brot Margarine, für den Vater Butter. Nein, ich bin nicht 60, aber ich habe fast so alte Geschwister (sorry, liebe Brüder und Schwester! :-)) Entsprechend ist da in dieser Beziehung am Tisch ein echtes Patriarchat ausgelebt worden. An St. Martin gab es die Ausnahme. Es gab Butter auf den Stuten. Und dazu wurde echter Kakao gekocht (huahh – mein Alptraum). Viel zu bitter! Ich schweife ab… Also – jeder Kuchen wurde mit Margarine gebacken, so auch jedes Plätzchen. Vielleicht bestehe ich daher heute immer auf Butter.

Ok, inzwischen ist die Butter wieder teurer geworden, aber zwischendurch war Butter ein solches „Billigprodukt“, dass dem Backen damit wohl nichts im Wege gestanden hätte. Aber damals gab es dann die Diskussion darüber, dass Butter böse ist und den Cholesterinwert nach oben treibt… Nun aber zum Jetzt und Hier.


Das Rezept

Für Samstag hatte ich also Gäste geladen und so stöberte ich in diversen Rezepten nach den Inhaltsstoffen eine Frankfurter Kranzes. Und da gibt es riesige Unterschiede was die Menge der Zutaten betrifft. Da kam mir ein Rezept unter, in dem insgesamt 10 Eier oder 200 g Speisestärke und 640 g Butter beinhaltetet waren. Naja, da ist mir dann schon bei der Vorstellung ein bisschen übel geworden. Nach einiger Forscherei landete ich bei Sally. Sie war mir von der großen Tochter schon ein Begriff und das Rezept überzeugte mich. Also gab es den Frankfurter Kranz nach diesem Rezept. Nur den Pudding habe ich mit einem Päckchen Vanillepudding für 500 ml Milch zubereitet.

Tipps

In Ermangelung einer „echten Frankfurter Kranz Form“ habe ich eine vorhandene Springform benutzt. Der Rührteig ist so schön regelmäßig aufgegangen, dass ich den Kuchen gleich so weiter verarbeiten konnte. Die paar vorhandenen Rillen habe ich einfach mit der Buttercreme zugekleistert.

Einen kleinen Tipp habe ich noch, falls die Buttercreme etwas grisselig ist. Man gibt einfach einen ordentlichen Schluck heiße Palmfett hinzu. Das ist geschmacksneutral und macht die Creme ganz geschmeidig.

Das Aufschneiden habe ich mit einem etwas längeren Küchenmesser gemacht. Ich habe versucht, die Klinge schön gerade zu halten. Das ist mir nicht ganz durchweg gelungen. dem Geschmack hat es nicht geschadet.

Nach dem ersten Zusammensetzen des Kuchens habe ich eine erste dünne Schicht Buttercreme drumherum aufgetragen und den Kuchen eine Stunde gekühlt. Dann kam die zweite Schicht und der Krokant. Dieser ließ sich so ganz gut an die Creme kleben. Dann stand der Kuchen nochmal 3 Stunden in der Kühlung.

Fazit

Auf meine erste Torte mit Buttercreme war ich total stolz. Der Frankfurter Kranz fand reißenden Absatz und war wirklich lecker. Das Verhältnis zwischen Buttercreme und Rührteig war ausgewogen. Besonders der selber gemachte Krokant hat voll überzeugt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich den Frankfurter Kranz noch mal machen werde, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Man muss definitiv viele gute Esser dabei haben, sonst packt man sie nicht.

Gut Ding will Weile haben!

Die Herstellung hat mich zwar ein paar Stunden gebraucht – ich schätze so vier Stunden – aber die haben sich durchaus gelohnt.

Also falls Ihr noch ein Rezept für einen besonderen Anlass sucht – den Frankfurter Kranz von Sally kann ich empfehlen. Das hat mir jetzt Lust auf mehr gemacht. Vielleicht mache ich auch mal was anderes?!

Ich wünsche Euch einen schönen Tag!

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